Dr. Claus-Peter Kos, für „Gesundheit im Beruf“, BfA
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Wir kennen die Situation: Die rechte Hand hält noch den Verschluss des Kühlschranks, während die Linke auf halbem Wege zuzugreifen innehält … „was wollte ich denn eigentlich herausnehmen?“ Kopfschüttelnd wird der Kühlschrank wieder geschlossen. Der Blick zurück zum Tisch macht es offenbar, Butter fehlt, also das Selbe noch einmal: Kühlschrank auf, Butter raus, Frühstücken. Oder man trifft Bekannte: „Guten Morgen, Frau … äh … “ weg ist der Name, anscheinend spurlos verschwunden, verschollen in den krausen Windungen des eigenen Hirns. Bei einer Dame, die man seit Jahrzehnten kennt.
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Aspekte des Post-Polio-Syndroms
Krankheitsbild des Post-Polio-Syndroms
In den Augen vieler Eltern ist die Poliomyelitis sicher immer noch eines der großen Schreckensszenarien für die Gesundheit der eigenen Kinder. Leider bleibt an dieser Stelle meist eine der Folgeerkrankungen unerwähnt, die für Betroffene einen ähnlich schweren Einschnitt in den gewohnten Alltag darstellt wie die Kinderlähmung selbst. Die Rede ist vom sogenannten Post-Polio-Syndrom. Nach dem Abklingen der akuten Krankheitssymptome kann die Lähmung durchaus langsam zurückgehen. So wird ein Teil der verloren gegangenen Beweglichkeit wieder zurückgewonnen. Aber wie sich in den letzten Jahren mehr als deutlich gezeigt hat, scheinen die Nachwirkungen der Poliomyelitis länger anzuhalten, als dies ursprünglich durch die Medizin vermutet wurde. Im Anschluss an eine relativ stabile Phase, die durchaus 20 oder 25 Jahre anhalten kann, treten bei den Betroffenen der früheren Polio-Epidemien plötzlich wieder alte und neue Krankheitssymptome auf, was im ersten Moment sicher ein Schock für die Patienten ist. Es kommt im Rahmen des Post-Polio-Syndroms zu einer progressiven Schwächung der Muskulatur. Zudem kann ein Muskelschwund einsetzen. Gegenüber anderen bekannten Erkrankungen der menschlichen Muskulatur verläuft die Degeneration aber wesentlich langsamer ab.
Mit fortschreitendem Alter müssen die Polio-Erkrankten ihre Lebensart überprüfen.
Nachfolgend einige grundsätzliche Empfehlungen, welche wir bei älteren Polio-Erkrankten, Bewegungstherapeuten, Heilgymnastik-Ärzten sowie Spezialisten für die Polio-Spätfolgen gesammelt haben.
SCHWEIZERISCHE
INTERESSENGEMEINSCHAFT
FÜR POLIO-SPÄTFOLGEN (SIPS)
Zentralsekretariat ASPr/SVG
Fach 9 – Rue de Locarno 3 – 1701 Freiburg
Tel. 026 322 94 33 – Fax 026 323 27 00
www.polio.ch
Von Dr. med. Bettina Beck, Mitglied des medizinisch-wissenschaftlichen Beirats des deutschen Bundesverbandes Polio e.V.
Dehnen
Dehnübungen (auch vor und nach jedem Training) sind wichtig, um Verbackungen in der Muskulatur zu verhindern, die Muskulatur elastisch zu erhalten.
Gleichzeitig werden dabei die Gelenke mitbewegt. Dies ist besonders wichtig, um die Beweglichkeit von Gelenken zu erhalten,
die nicht mehr aktiv bewegt werden können.
„Furcht besiegt mehr Menschen als irgendetwas anderes auf der Welt.“
(Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Philosoph)
Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass in den letzten Jahren immer mehr die Angst regiert? Angst vor dem Klimawandel, Angst vor dem Zusammenbruch des globalen Finanzsystems, Angst vor immer neuen Infektionen. Nicht, dass ich diese Ängste klein reden und alles durch die rosarote Brille betrachten möchte. Wir haben zweifellos Probleme und sollten keineswegs den Kopf in den Sand stecken, sondern adäquat damit umgehen. Genau diesen adäquaten Umgang vermisse ich allerdings.
Störungen der Blasen- und Darmfunktion finden sich bei der Poliomyelitis recht häufig.
Die Ursache fur die Störung liegt in der Schädigung von muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks.
Da diese Schädigungen an unterschiedlichen Stellen am Rückenmark auftreten konnen, findet sich naturgemäß auch eine sehr differenzierte Form von Blasen- und Darmfunktionsstorungen.
In Deutschland leben noch 60 000 bis 80 000 Menschen, die an einer akuten Poliomyelitis erkrankt waren. Die meisten sind durch deutliche Restlähmungen betroffen, andere sind bisher weniger beeinträchtigt .
Seit 25 lahren hat sich der anfängliche Verdacht bestatigt, dass die Folgen einer Poliomyelitis nicht bei allen Betroffenen
zu einem relativ stabilen Restlähmungsbefund fiihren, die
sich lediglich durch mögliche sekundäre verschleißlbedingte Veränderungen an Gelenken, an der Wirbelsäule oder durch
Stürze verschlechtern.
Vorbemerkung: Die Veröffentlichung geschieht mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Nach einer akuten Poliomyelitis anterior bleiben häufig muskuläre Schwächen mit vermehrter Erschöpfbarkeit und Müdigkeit zurück. Oft wird eine stark behindernde Erschöpfung und fehlende Energie schon bei geringen Anstrengungen beschrieben [3J. Neu auftretende, mitunter mit Atrophie kombinierte Schwäche der Muskulatur Jahrzehnte nach der Ersterkrankung ist bei diesen Patienten sehr häufig. In der Regel ist sie langsam.
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