Polio-Forum

Zum Inhalt springen

Zusatzinformationen

Seiten

Archiv

Meta

Schlagwörter

Alternative Behandlungsmethoden Alternative Therapien Aus dem Polio-Forum: Betroffene berichten Aus den Regionen Barrieren im Alltag Berühmte Polionauten Ernährung für Polionauten Fachaufsätze Fachliteratur herausragende Musiker mit Polio Hilfsmittel für Polionauten Impfen! Impfung Kinderlähmung Klaus Kreuzeder Kurioses Literatur von Polios Polio international Poliomyelitis (Kinderlähmung) Polionauten - Mitten im Leben! Post-Polio-Syndrom international Post-Polio-Syndrom und Forschung Post-Polio-Syndrom und Politik Reiseberichte Reise und Freizeit Richtlinien für Postpolios Tag hinzufügen Veranstaltungstermine Wer wir sind und was wir wollen Worum es wirklich geht

Kategorien

Letzte Kommentare

Letzte Artikel

Sprache

Veranstaltungstermine

September 2010
M D M D F S S
« Aug    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Reha-Kliniken

Neben der richtig angewandten Physiotherapie ist die stationäre Reha sicher eine der tragenden Säulen bei der Behandlung von Menschen mit Kinderlähmungsfolgen.

Dabei ist es jedoch von größter Wichtigkeit, eine solche Rehamassnahme in einer Rehaklinik zu absolvieren, die sich auch wirklich mit den Kinderlähmungsfolgen, insbesondere mit dem Post-Polio-Syndrom auskennt.

Insofern ist es wiederum wichtig, dass Kliniken nach ganz konkreten Kriterien zertifiziert werden, damit Betroffene einigermaßen sicher sein dürfen, in einer Rehabilitationsklinik behandelt zu werden, in der diese Kriterien auch Berücksichtigung finden, da sie ansonsten falsch behandelt werden könnten, was negative, ja fatale Folgen für den Gesundheitszustand des Betroffenen haben kann.

Man darf meines Erachtens sogar soweit gehen und sagen, dass eine falsche Behandlung den zuständigen Kostenträger nicht nur unnötig viel Geld kostet, sondern Betroffene in einem solchen Fall besser zu hause bleiben, um so wenigstens einen “Kollateralschaden” zu vermeiden.

Der Bundesverband Polio e. V. bemüht sich seit Jahren um die Lösung dieses Problems und hat inzwischen 3 Rehabilitationskliniken deutschlandweit nach ganz konkreten Kriterien zertifiziert, wobei sich eine Klinik gerade in der Zertifizierungsphase befindet, sodass man davon ausgehen darf, dass kurzfristig 4 zertifizierte Kliniken zur Verfügung stehen.

Man darf sich nun getrost fragen, wieso in all der Zeit erst drei Kliniken zertifiziert wurden, wobei meines Wissens mit der Hufelandklinik in Bad Ems eine weitere Klinik bereits zertifiziert war, inzwischen in der entsprechenden Auflistung des Bundesverbandes Polio e. V. aber nicht mehr auftaucht.

Die Antwort erscheint mir relativ einfach:

Zum einen ist es sicher so, dass sich nur eine Hand voll Ärzte wirklich mit den Spätfolgen der Kinderlähmung, insbesondere mit dem Post-Polio-Syndrom auskennen. Ausserdem ist das Vorherrschen einer gewissen Ignoranz in der Ärzteschaft nicht von der Hand zu weisen. In gewisser Weise ist sogar eine unverständliche Arroganz bei vielen Ärzten bezüglich der Problematik Poliospätfolgen zu beobachten. Da wundert es nicht, dass sich auch nur wenige Reha-Kliniken mit der Problematik überhaupt befassen.

Zum anderen sind die Kriterien der Zertifizierungen sehr streng, was Sinn macht, damit Betroffene davon ausgehen können, dass sie in einer solchen Klinik auch wirklich gut aufgehoben sind.

Letztlich brauchen auch die Kostenträger realistische Anhaltspunkte, die es Ihnen ermöglichen, Betroffene einer Rehabilitationsklinik zuzuweisen, die gewährleistet, dass dort eine adäquate und angemessene Behandlung erfolgt, Betroffene auch vom Kostenträger bei der Suche nach der für sie richtigen Rehabilitationsklinik unterstützt werden können, weil auch dort die Kenntnisse über Kinderlähmungsfolgen und das Post-Polio-Syndrom meistens nur latent oder überhaupt nicht vorhanden sind.

Und als ob alles noch nicht schwierig genug wäre, ergeben sich hierbei weitere Probleme, die im Grunde ein noch “schärferes Kaliber” darstellen.

Während von einigen führenden Experten auf dem Gebiet der neurologischen Erkrankung “Post-Polio-Syndrom” eine Reha-Kur im jährlichen Rhythmus empfohlen wird, ist eine Genehmigung durch den Kostenträger oftmals auch bei dem im allgemeinen üblichen “Vierjahresrhythmus” schon schwierig.

Einige Betroffene berichten jedoch auch davon, dass ihnen schon seit Jahren jährlich eine entsprechende Reha-Kur bewilligt wird, was oftmals auf die “Zugänglichkeit” der zuständigen Sachbearbeitung zurück geführt wird.

Das eine ist nämlich, eine Rehabilitationsklinik zu finden, die sich mit den Folgen der Kinderlähmung auskennt. Das andere ist aber oftmals, den Kostenträger davon zu überzeugen, dass diese Rehakur auch beewilligt werden muss.

Ein beliebtes Argument bei der Ablehnung der Reha-Kur durch den Kostenträger ist der Verweis darauf, dass die ambulanten Möglichkeiten nicht ausgeschöpft seien.

Warum das in der Regel Unsinn ist:

Eine stationäre Rehabilitation ermöglicht es dem von den Poliospätfolgen betroffenen Menschen, unter geringstem körperlichen Aufwand viele Therapien durchzuführen, da die Wege innerhalb einer Reha-Einrichtung kurz und besser aufeinander abgestimmt sind.

Eine ambulante Reha hingegen erfordert sehr viel mehr körperlichen Aufwand mit An- und Abfahrten ggf. zu verschiedenen Behandlungsadressen, die zum Teil weit auseinander liegen, was den angestrebten Behandlungserfolg dann wieder kompensiert.

Auch die Entlastung vom familiären Alltag ist eine sehr konkrete Hilfe für eine erfolgreiche Rehabilitation.

Stehen die Menschen mit Kinderlähmungsfolgen noch im Berufsleben, ist die Bewilligung einer Reha-Kur in aller Regel zumindest grundsätzlich kein Problem, weil es entweder um die Erhaltung der Arbeitskraft oder um die Feststellung der zukünftigen Arbeitsfähigkeit geht, also um die Frage, ob der der Patient vielleicht nicht doch besser verrentet werden sollte.

Die Probleme bei der Bewilligung einer Reha-Kur beginnen spätestens, wenn der Betroffene bereits verrentet ist.

Grundsätzlich ist es ganz wichtig und hilfreich, dass man schon bei der Antragstellung den behandelnden Arzt darum bitten, in seiner Begründung für die Notwendigkeit der Rehakur dem Kostenträger konkrete Vorschläge für die Auswahl der Klinik zu machen und darauf zu verweisen und zu begründen, warum eine ambulante Reha keinen Sinn macht.

Auch der Hinweis auf die “Vermeidung der Pflegebedürftigkeit” ist ein wichtiges Argument.

Leztlich möchte ich Sie noch ausdrücklich ermutigen, sich keinesfalls vom Kostenträger “ins Boxhorn” jagen zu lassen und ggf. auch mit professioneller Hilfe (z. B. Anwalt für Sozialrecht) Ihren berechtigten Anspruch gegenüber dem Kostenträger durchzusetzen!

Auch wenn das mühsam sein mag und den Beginn einer Reha-Massnahme zeitlich ganz erheblich hinauszögern kann, und die ja ansonsten ggf. gar nicht stattfinden würde, so jedenfalls hilft es Ihnen und anderen Betroffenen doch, die Kostenträger für unsere Problematik zu sensibilisieren und sie von der Notwendigkeit einer stationären Reha in einer “poliokompetenten” Einrichtung zu überzeugen.

Nachfolgend finden Sie zertifizierte Rehakliniken und andere Einrichtungen, mit denen Betroffenne gute Erfahrungen gemacht haben bzw. die ggf. dann doch eine vernünftige Alternative zu zertifizierten Kliniken darstellen können, da Betroffene erfahrungsgemäß ganz unterschiedliche Ansätze und Motivationen haben, wenn es um die Auswahl der Reha-Klinik geht, was durchaus Sinn machen kann, vor allem dann, wenn sich der Betroffene als aktiver Patient gut mit seiner eigenen Erkrankung auskennt.

Es sei noch darauf hingewiesen, dass es sich bei den Kliniken, die nicht zertifiziert sind, teilweise um Akutkrankenhäuser handelt, die zwar ggf. Erfahrungen mit der Behandlung der Poliospätfolgen haben, aber keine Reha-Kliniken sind.

Andererseits befindet sich in der Hufelandklinik in Bad Ems, die ja eigentlich eine Reha-Klinik ist, eine Akutabteilung, in die man sich von seinem Hausarzt ganz normal stätionär einweisen lassen kann.

Bei dieser Akutabteilung handelt es sich um die Abteilung “Naturheilverfahren”, deren Chefarzt Privatdozent Dr. Brenke zu den wenigen ausgewiesenen “Post-Polio-Spezialisten” in Deutschland gehört und von dem es eine interessante Arbeit zum Thema Post-Polio-Syndrom und Schmerzen bzw. deren naturheilkundlicher Behandlung gibt (siehe auch unter “Literatur”, PDF-Datei zum runterladen).

Interessante Erfahrungsberichte von Betroffenen finden sie hier auf der Startseite, dessen Angebot für jeden Internetnutzer uneingeschränkt zur Verfügung steht, und im Forum selbst, dass jedoch aus “Sicherheitsgründen” nur von Registrierten gelesen und schriftlich bereichert werden kann.

Folgende Reha-Kliniken wurden bisher vom Bundesverband Polio e. V. zertifiziert:

Klinik Hoher Meißner, Bad Sooden-Allendorf, Neurologische Abteilung

Klinik Miriquidi, Thermalbad Wiesenbad,Gesamte Klinik

Rheuma-Klinik Bad Bramstedt, Neurologische Abteilung

Quellenhof Bad Wildbad

Rehaklinik Raupennest, Altenberg

Andere Kliniken, mit denen Betroffene gute Erfahrungen gemacht haben oder die auf der Seite des Bundesverbandes Polio e. V. aufgeführt sind (Hierbei handelt es sich teilweise um Akutkrankenhäuser, die keine Reha-Kliniken sind, nähere Einzelheiten bei der Klinik selbst erfragen):

Asklepios Weserbergland-Klinik in Höxter, Neurologische Abeilung

Hufeland-Klinik Bad Ems

Nordsee Reha-Klinikum St. Peter Ording

Diana-Klinik, Bad Bevensen

Rhein-Sieg-Klinik, Nümbrecht

Robert-Koch-Krankenhaus Apolda

Medical Park Bad Rodach

Asklepios Klinik Schaufling


Hinweise

WordPress-Theme von praegnanz.de.