Von Monika Thees
Einundzwanzig Tage im Ayurveda-Resort in Kottegoda, Sri Lanka—nichts als Relaxen, Ruhe und Entspannung, die Hoffnung auf neue Kräfte und Energie. Wolfgang hat sich drei Wochen Auszeit genommen vor dem Herbst und dem unwiederbringlichen Fortschreiten seiner Krankheit: Polio, genauer gesagt dem Post-Polio-Syndrom, kurz: PPS.
Auch bei dieser Reise fuhr ich mit dem Reiseunternehmer M. Koch, denn er nimmt für mich immer ganz automatisch einen Faltrollstuhl mit. Nina, eine Freundin, die ja einige von euch inzwischen kennen, begleitete mich auch auf dieser Reise.
Am Abend vorher schlief ich ganz entspannt ein, ohne mir vorher den Wecker zu stellen. Zur Sicherheit hatten Nina und ich aber vereinbart, dass sie mich telefonisch wecken sollte. Zwei Minuten, bevor Nina mich anrief, wurde ich jedoch von alleine wach.
Allein schon der Ge- danke, bald wieder ameri- kani- schen Boden zu berüh- ren, erfüllt mich sowohl mit Freude als auch mit Melancholie. Wie oft war ich schon dort, unzählige Male, mal erfolgreich, mal gescheitert, - aber das Herz immer voller Freude und Enthusiasmus, angesichts der Tatsache, auf einem anderen faszinierenden Teil dieser Welt zu stehen, der im Grunde genommen wiederum eine eigene –in sich geschlossene - Welt darstellt. Den ganzen Artikel lesen »
Das Post-Polio-Syndrom (PPS) ist als Spätfolge der Poliomyelitisinfektion eine eigenständige schwerwiegende chronische Erkrankung. Es handelt sich um den Untergang von durch Polio-Viren vorgeschädigten sowie verbliebenen gesunden Nervenzellen des Zentralnervensystems (Gehirn und Riickenmark) infolge Überlastung nach einer von Belastungsstärke und Belastungsdauer abhängigen Zeitspanne. Da es sich urn einen nervlichen Strukturdefekt handelt, ist eine ursächliche Therapie bzw. Heilung nicht moglich.
Roberto Bassi ist Präsident des italienischen Polioverbandes AIDM (Associazione Interregionale Disabili Motori onlus). Er hatte mich bei dem EPU- Treffen im Oktober 2008 in Rheinsberg als Vertreterin des Bundesverbandes Poliomyelitis e. V nach Malcesine am Gardasee eingeladen.
Dort sollte ich das nationale Rehabilitationszentrum fur italienische Poliobetroffene kennen lemen, Informationen uber eine Studie an der Universitätsklinik Verona zu Immunglobulin bekommen und am Frühjahrstreffen des Verbandes teilnehmen sowie eine private Rehabilitationsklinik in San Pellegrino besuchen. Hierüber werde ich fur die nächste Ausgabe der Polio-Nachrichten einen ausfuhrlichen Bericht schreiben.
Unter den Polios hat es sich wohl herumgesprochen, dass der Januar ein guter Monat fUr eine Reha im Quellenhof in Bad Wildbad ist, denn in diesem Jahr waren zwolf Betroffene aus allen Teilen Deutschlands anwesend, von Lübeck bis Ottobeuren, van Saarbrücken bis Wendelstein.
Wie in den vergangenen ]ahren habe auch ich den Januar genutzt, um mit Hilfe einer Reha die mir verbliebenen Krafte zu erhalten, womoglich neue zu bekommen, schmerzfrei zu werden und die große Erschöpfung zu Uberwinden. Dies ist in der Tat gelungen. lch führe es auf das ganzheitliche Behandlungskonzept des Quellenhofes zurück.
Am 27.05.08 konnte ich endlich meine Kur antreten. Die Arztin, die mich am 2. Tag “untersuchte”, hatte keine Ahnung yom PPS.
Ich bekam aber am Tag meiner Ankunft schon einen Therapieplan und wunderte mich, woher die hier wussten, wie viel und was ich noch kann. Leider hatte der Oberarzt wenig Zeit und, meinem Gefuhl nach, nur wenig Interesse.
Die Grenzen sind im Kopf!
Diesen Satz sagte mir vor vielen Jahren ein befreundeter Musiker. Er heißt Valentin Clastrier und spielt Drehleier, dieses merkwürdige mittelalterliche Instrument mit dem näselnden Klang, welches sofort mit alten Tänzen und derben Trinkliedern in Verbindung gebracht wird.
Clastrier jedoch sprengte aile Grenzen dieses Instruments und begab sich auf eine Reise in musikalische Sphären, die bis dahin niemand fur möglich gehalten hatte. Noch heute steht er unangefochten an der Spitze neuer, kreativer Drehleiermusik.
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